USA: Nicht in unserem Namen Drucken

Nicht in unserem Namen!

Während die Bush-Regierung Kriegshetze betreibt, gehen in den USA immer mehr Menschen auf die Straße um gegen den Krieg zu protestieren.

Ein angekündigter Krieg

Seit über einem Jahr wird von der Regierung der USA ein Angriff auf den Irak angekündigt. Bereits im Februar 2002 wurde bei der NATO-Konferenz in München der Februar 2003 als Termin genannt. Die militärischen Vorbereitungen sind in vollem Gange und die Medien stimmen die Bevölkerung auf diesen ungerechten Krieg ein. Da alle Versuche der US-Geheimdienste, einen Zusammenhang zwischen dem 11. September und dem irakischen Regime herzustellen, bisher gescheitert sind, soll nun der angebliche irakische Besitz von Massenvernichtungswaffen als Rechtfertigung dienen und von den wahren Gründen - der Sicherung von Investitionen, Märkten, Rohstofflagern, Transportwegen und strategischen Stützpunkten - ablenken. Tatsächlich sind die USA größte Hersteller von atomaren, biologischen und chemischen Massenvernichtungswaffen und verfügen auch über die größte Militärpräsenz in der Region. Bereits im September befanden sich 64.000 US-SoldatInnen in den Golfstaaten und 25.000 in der Türkei. Auch was die Befolgung von internationalen Vereinbarungen betrifft, können die USA kaum als Vorbild dienen, man denke nur an ihre Weigerung, die Resolutionen der UNO-Umwelt-Konferenz in Kyoto einzuhalten.

Der Krieg findet bereits statt

Laut UNICEF und WHO hat die Wirtschaftsblockade des Irak 500.000 Kindern das Leben gekostet. Von allen untersuchten Ländern hat die Kindersterblichkeitsrate im Irak am stärksten zugenommen, nämlich um das Doppelte. Unterernährung, fehlende Medikamente und zerstörte Infrastruktur haben fast eine Million Todesopfer verursacht. Stark zugenommen haben Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen, sowie Missbildungen bei Neugeborenen, was auf den Einsatz von Munition mit angereicherten Uran zurückzuführen ist (auch viele SoldatInnen, die beim letzten Angriff im Einsatz waren, sind an Krebs erkrankt). Durch die Raketenangriffe wurde die Wasserversorgung zerstört; fehlendes sauberes Trinkwasser führte zu häufigen Durchfallerkrankungen bei Kleinkindern. Die Opfer sind wie immer die Armen: Während ein Großteil der Kinder an Mangel- und Unterernährung leidet, ist es für die reiche Oberschicht in Bagdad kein Problem, sich mit Luxusgütern zu versorgen.

Die Heuchelei des Westens

Obwohl der Irak einer bedingungslosen UNO-Waffeninspektion zugestimmt hat, reicht dies den USA nicht aus. Es scheint, dass sie entschlossen sind, irgendeinen Anlass für einen Angriffskrieg zu finden und diesen dann, als „Selbstverteidi­gung“ darzustellen. Dabei soll vergessen werden, woher die Massenvernichtungswaffen des Iraks stammen. Während des Iran-Irak-Krieges wurde der Irak mit allen erdenklichen Waffen beliefert: britischen Panzern, Raketenteilen und Artillerie, französischen Exocet-Raketen und Mirage Kampfflugzeugen, Chemieanlagen zur Herstellung von Nerven- und Senfgas aus der BRD, mit deren Hilfe die Giftgasangriffe der irakischen Armee auf kurdische Dörfer und Städte durchgeführt wurden. William Blum (Killing Hope: U.S. Military and CIA Interventions since World War 2 und Rogue State: A Guide to the World’s Only Superpower) deckt auf, dass die tödliche Mischung zur biologischen Kriegsführung,  darunter Anthrax und E. Koli Bakterien, die von UN-Inspektoren im Irak gefunden wurden, von US-Firmen importiert wurde: „Laut einem Senatsbericht von 1994: Seit 1984, wenn nicht schon früher, wurde ein wahrhaftiges Hexengebräu von biologischen Waffenmaterial von privaten US-Firmen an den Irak exportiert, genehmigt und lizenziert vom US-Wirtschaftsministerium“.

Präsident Bush spricht immer wieder von moralischen Gründen für einen Krieg und der Notwendigkeit für einen Regimewechsel im Irak. Doch wer schrie auf, als Saddam Hussein KommunistInnen ermorden ließ? Wer eilte zu Hilfe als Tausende kurdische Männer, Frauen und Kindern vergast wurden? Lassen wir uns durch die Medienpropaganda nicht täuschen. Ein Krieg gegen den Irak wäre kriminell, zerstörerisch und hätte nur die Erweiterung der politischen und wirtschaftlichen Kontrolle über den Nahen Osten durch den Westen zum Ziel.

erschienen in: Talktogether Nr. 1/2003