Afrika: Bush's Aids Plan PDF Drucken E-Mail

Hilfe fĂŒr Afrika?

Die Wahrheit ĂŒber Bushs AIDS Plan

„Das ist der tödlichste Feind, dem Afrika jemals gegenĂŒberstand, und ihr werdet ihm nicht allein gegenĂŒber stehen“, sagte US-PrĂ€sident Bush zu Botswanas PrĂ€sident Festus Mogae wĂ€hrend seiner Afrikareise. Er verschwieg, dass Afrika zusĂ€tzlich noch einem anderen Feind gegenĂŒber steht: dem imperialistischen System. Die von den internationalen Finanzinstitutionen aufgezwungenen Maßnahmen ließen den Kontinent verarmen und zahlreichen Menschen wird der Zugang zu lebensrettenden Medikamenten und Gesundheitsversorgung verweigert. Botswana hat die weltweit höchste Rate von HIV Infektionen, 38% aller Einwohner zwischen 18 und 49 Jahren sind mit dem Virus infiziert. Erst kĂŒrzlich musste Botswana das Geld fĂŒr ein Programm zur PrĂ€vention der Mutter-Kind Übertragung beschneiden, weil versprochene Hilfsgelder aus den USA nicht eingetroffen sind.

Auf der ganzen Welt sind 65 Millionen Menschen mit dem HIV Virus infiziert und 25 Millionen sind an AIDS gestorben – ein Großteil im Afrika sĂŒdlich der Sahara. WĂ€hrend in den reichen LĂ€ndern die meisten HIV-infizierten Menschen Zugang zu Medikamenten haben, die ihr Leben wesentlich verlĂ€ngern und die LebensqualitĂ€t erhöhen, können sich in Afrika weniger als ein Prozent diese teuren Medikamenten leisten.

Das zentrale Thema von Bushs Afrikareise war sein angekĂŒndigtes globales 15 Milliarden US-Dollar AIDS Programm. Bush sagte: „Wir sind nicht nur eine mĂ€chtige, sondern auch eine mitleidende Nation“. Der FĂŒhrer der mĂ€chtigsten und reichsten Nation der Erde, die Jahrzehnte lang zugesehen hatte, wie sich die AIDS-Epidemie ausbreitete und alles tat, um den Zugang zu Medikamenten zu verhindern, die Millionen von Menschenleben hĂ€tte retten können, prĂ€sentiert sich nun als Retter. Doch was fĂŒr einen Plan hat Bush wirklich?

Viele Aspekte der 15 Milliarden Programms sind nichts als LĂŒge. TatsĂ€chlich hat Bush nur 450 Mio. $ fĂŒr dieses Jahr und 1,3 Milliarden fĂŒr das Jahr 2004 vom Kongress angefordert, das ist viel weniger als Bushs versprochener Beitrag. Ein Drittel des Geldes soll nur an Programme gezahlt werden, die ausschließlich die sexuelle Abstinenz (und nicht die Verwen­dung von Kondomen) als Vorbeugung propagieren. Der grĂ¶ĂŸte Teil des Geldes geht ĂŒber US-Agenturen um sicher zu stellen, dass sie den ökonomischen und politischen Interessen der USA dienen. Ein empörendes Beispiel: Das globale AIDS-Programm fordert, dass die LĂ€nder, die Hilfe von den USA be­kommen, genmanipuliertes Saatgut einfĂŒhren. Viele LĂ€nder verweigern die Einfuhr von genetisch manipuliertem Saatgut, weil sich die Pollen ungehindert ausbreiten und umliegende Felder infizieren können.

In Indien hatten die Verbreitung von genmanipulierten Baumwollsamen verheerende Auswirkungen. Da dieses Saatgut steril ist, konnten die Bauern nicht mehr, der Tradition gemĂ€ĂŸ, einen Teil der Ernte zur Wiederaussaat zurĂŒckbehalten und mussten stattdessen teuer neues Saatgut kaufen, zu­sĂ€tzlich große Mengen an chemischen DĂŒnger und SchĂ€dlingsbekĂ€mpfungsmittel, die fĂŒr dieses Saatgut benötigt werden. Dadurch haben sich zahlreiche Kleinbauernfamilien hoffnungslos verschuldet und ihre Existenz verloren, was zu einer Massenselbstmordwelle gefĂŒhrt hat.

Außerdem drĂ€ngen die USA auf die Einhaltung der „intellectual property rights“ (Schutz geistigen Eigentums), das den Export von generisch hergestellten Medikamenten verbietet. Generika sind Medikamente, die den gleichen Wirkstoff wie das Originalheilmittel enthalten. Sie sind jedoch wesentlich gĂŒnstiger, und das bei gleichwertiger QualitĂ€t. Das wĂŒrde z.B. SĂŒdafrika verbieten, generische AIDS Medikamente auszufĂŒhren, selbst wenn eine Not ausbricht. Da die wenigsten afrikani­schen LĂ€nder die Möglichkeiten haben, Medikamente herzustellen, wĂ€re das ein enormer RĂŒckschlag bei der Versorgung der Bevölkerung mit gĂŒnstigen Medikamenten.
Der Bush Plan betrifft außerdem nur 12 afrikanische LĂ€nder sowie Haiti und Guayana in der Karibik, alle anderen gehen leer aus. Kein sĂŒdamerikanisches oder asiatisches Land bekommt etwas, obwohl sich die Epidemie am schnellsten in China, Russland und Indien ausbreitet. Andere imperialistische Institutionen zeigen Ă€hnlich wenig Betroffenheit fĂŒr die Ausbreitung von AIDS. So wurde von der Weltbank 1992 auf zynische Weise festgestellt, dass AIDS Afrika nĂŒtzen wurde, „indem es den Bevölkerungswachstum reduziere“!

 

erschienen in: Talktogether Nr. 5/2003