Suchtprävention PDF Drucken E-Mail

Liebe Redaktion,

ganz stark interessiert war ich am Artikel „Suchtprävention auf österreichisch“. Diese Thematik betrifft mich selbst, meinen Sohn und viele Bekannte und Freunde seit jeher schon. Was ich dazu sagen kann: Dass die Österreicher oder die Institutionen schon viele Sachen machen im guten Glauben zu helfen, ich verweise da auf den SMD Salzburg, Fanny-von-Lehnert-Str. 1, dass aber nicht alle dort landen, ist auch bekannt. Weil eben noch gar nicht so bekannt ist, dass dort auch für Drogenabhängige der richtige Platz ist. Dass im Westen das Morphin gegen die Opiumsucht eingesetzt wurde, später das Heroin im Ursprung gegen die Morphiumsucht und jetzt das Heptaton (=Methadon) ist eine Kette widriger Umstände. In der Schweiz und in den Niederlanden ist man diesem Irrtum schon auf der Spur und setzt wieder reines Heroin ein. Diese ganze Problematik ist schwer oder gar nicht in den Griff zu bekommen. Es gibt hier in Salzburg so viel Elend. Bis vor kurzem war es irgendwie mein Karma, dass Leute zu mir gekommen sind, Frauen wie Männer, wenn sie nicht mehr weiter wussten, doch mit Verständnis meinerseits allein konnte ich nicht helfen, obwohl Verständnis ja Handlung nicht unbedingt ausschließt.,

Es gibt ein Haus in Salzburg, wo Leute untergebracht werden, welche so dazwischen hängen. Dort wäre Not am Mann, hier könnte man was niederschreiben, was den Tatsachen entspricht. Ich kenne eine Frau, deren Leben noch intensiver als der meinige von diesem Kreuzweg gekennzeichnet ist. Sie wohnt dort, doch auch Männer anderer Süchte wohnen dort, sie wird ständig verprügelt und vergewaltigt. Sie traut sich aber keine Anzeige machen, weil sie ja aus diesem Haus nicht rauskommt. Teilweise hat sie auch schon Anzeige erstattet und sie bekam wieder eins drauf, es ist ein Teufelskreis, und dies in Salzburg und nicht in Sao Paolo oder in Soho. Mitten in Salzburg spielen sich Sachen ab, die man nicht für möglich hält. Diese Frau kommt aus diesem Teufelskreis nicht raus, sie hat einfach die Wohnung zugewiesen bekommen zwecks Wiedereingliederung usw. Jedoch dort sind viele Fälle ganz bunt gemischt. ,

Wie gesagt, das Thema ist so oder so zu betrachten mit einiger Portion Objektivität, nämlich nur zwecks Kontrolle wurde Methadon nicht erfunden. Österreich hinkt immer hinten nach wie bei fast allen Sachen, und es gibt auch gute Anlaufstellen, welche halt weniger bekannt sind. Und der ganze Teufelskreis ist so schwer zu durchbrechen, dass selbst die stärksten Personen mit bester Betreuung wieder Rückfälle erleiden. Aber eins kann man mit so einer Zeitung schon machen, ein paar Missstände aufzeigen wie z.B. die Situation dieser Frau und dass eine Trennung von Personen gemacht werden sollte: Alkoholiker sind nämlich viel aggressiver als Junkies von Haus aus, nicht nur in der Beschaffungskriminalität. Die sind immer aggressiv, das liegt in der Natur der Sache. Und wenn die alle in irgendeinem Haus zusammen gebracht werden, dann kommen Sachen raus, die unglaublich sind und nicht bekannt werden.

erschienen in: Talktogether Nr. 4/2003