Afrika: B├╝rgerkriege PDF Drucken E-Mail

BÜRGERKRIEGE IN AFRIKA

Der Bürgerkrieg hat einen Platz in Afrika gefunden. Wenn man Flüchtlinge aus Afrika hier sieht fragt man :"Warum sind sie hierher gekommen?" Und wenn der Flüchtlinge antwortet, dass er vor dem Bürgerkrieg geflüchtet ist, lautet die Reaktion entweder „Arm!“ oder „Dort gibt immer Kriege, sie sind nicht fähig, in Frieden zu leben und sich selbst zu organisieren!“ und für den Fragenenden ist die Sache erledigt. In Europa wissen aber viele nicht, warum in Afrika diese Kriege toben. Die Unabhängigkeitsbewegung gegen die Kolonialisten begann bereits kurz nach der Ankunft der Eroberer. Dass die Kolonialisten Afrika verließen, heißt aber nicht das Afrika frei ist, wie viele denken. Die Europäer zogen sich zurück, aber die Kämpfe und Kriege gehen bis heute weiter. Diese Kämpfe werden heute nur anders genannt und zwar Bürgerkriege. Als die Kolonieherrschaft Afrika verließ, übergaben sie die Führung an ihre Freunden, die für sie gearbeitet und durch sie profitiert hatten und nicht die an ihre Gegner, welche die Interessen der Bevölkerung vertraten. Die Freunde der Kolonialisten sind die Diktatoren von heute geworden. Sie verfolgen die gleiche Taktik wie die Kolonialisten, um an der Macht zu bleiben und spalteten die Bevölkerung. Wenn ein aber afrikanischer Politiker neue Ideen hatte, die sich gegen die Interessen der Kolonialisten richteten, hatte er keine Ruhe und er wurde durch einen gehorsameren ersetzt wie Lumbumba durch Mobuto im Kongo.

"Seit 43 Jahren ist der Kongo formell unabhängig, doch niemals hat er wirklich Freiheit erfahren. Um die reichen Rohstoffvorkommen hat es unter dem Einfluss der Imperialisten elf Kriege gegeben. Allein der letzte hat über drei Millionen Menschen das Leben gekostet. Die Infrastruktur ist völlig zerstört, ein normales Leben ist unmöglich. Für die Imperialisten ist das aber nur ein Nebenereignis. Das sogenannte ,Friedensabkommen’ vom letzten Jahr hat die Lage in keiner Weise verbessert. In der Nationalen Kommission aus allen ehemals Krieg führenden Parteien und der unbewaffneten Opposition geht es nur um die Einnahme von Posten. Das letzte Wort hatte die Internationale Kontrollkommission mit fünf UN-Sicherheitskommissaren aus den USA, Großbritannien, Russland, Belgien und Südafrika. Diese politische Einflussnahme der Imperialisten wird jetzt militärisch abgesichert. Die Massaker sind nur ein Vorwand dafür. Selbsternannte Rebellenführer fangen Jugendliche ein und versprechen ihnen ein Ende des Hungers. Diese haben nie eine Schule gesehen, noch eine Ausbildung bekommen und fristen ein elendes Leben. Ausgerüstet werden sie mit modernen Waffen über Uganda und Ruanda, die selbst um die Teil habe an der Beute rivalisieren. Dahinter stecken aber die imperialistischen Mächte. Diese Erfahrungen mussten wir mit der UNO machen, wir haben keine Illusionen in sie."

Jim Balikwisha, Kongo. Quelle: Rote Fahne Nr. 24, 12.6.2003 

erschienen in: Talktogether Nr. 4/2003