Das Leben von Anne Frank PDF Drucken E-Mail

Das Leben von Anne Frank

Eine der berühmtesten Geschichten
eines Menschen jüdischer Abstammung

 von Anna Firsova

Anne Frank, geboren am 12.Juni 1929 in Frankfurt, wurde nach ihrem kurzen Leben in Deutschland von den Nationalsozialisten verjagt, worauf sie und ihre Familie nach Amsterdam zogen. Dort bewohnten Anne, ihre Mutter Edith, ihr Vater Otto und ihre drei Jahre ältere Schwester Margot ein großes Haus. Der Vater hatte eine erfolgreiche Firma, Gis & Co, die Mutter war Hausfrau. Eine Zeit lang war die Familie glücklich, das Geschäft lief gut, sie hatten alles, was sie brauchten. Doch eines Tages, am  6.Juli 1942, waren sie gezwungen unterzutauchen, da die Nationalsozialisten auch Amsterdam erreicht hatten. Da die Familie schon seit Monaten wusste, dass der Tag des Umzugs bald kommen würde, hatten sie bereits Sachen in ihr Versteck gebracht: Das Hinterhaus der eigenen Firma. Kurz nach dem Umzug kamen gute Bekannte, die Familie van Pels, zu ihnen. Dies waren ein Ehepaar und ihr Sohn Peter, der sich mit Anne gut verstand. Nachdem die 7 Untertaucher bemerkt hatten, dass Essen und Wohnplatz auch für 8 Personen reichen würden, nahmen sie, gutmütig wie sie waren, noch einen Bekannten auf, einen Zahnarzt namens Herr Pfeffer.

Zu ihrem 13. Geburtstag bekam Anne das „gebundene Heft“, ihr weltbekanntes Tagebuch, in das sie während der gesamten Untertauchzeit schrieb. Da sie selbst fand, keine „richtige“ Freundin zu haben, bloß Bekannte, mit denen sie Spaß haben konnte, beschloss sie, dieses „gebundene Heft“ nicht mit dem banalen Wort „Tagebuch“ zu benennen, sondern Briefe an eine „richtige“ Freundin zu schreiben. Eine richtige Freundin, die auch einen Namen hatte, Kitty. Nur ihr konnte Anne all ihre wahren Gefühle anvertrauen, die sie vor ihrer Familie versteckte. Die Streitereien zwischen ihr und Edith, ihrer Mutter. Oft fühlte sich Anne ihrer Schwester gegenüber ungerecht behandelt, aber sie verstand auch, dass ihre Mutter und ihre Schwester sich einfach ähnlicher waren, gleich dachten. Die vielen Streite beschrieb sie auch in ihren Briefen an Kitty. „Gestern Abend zum Beispiel“ schrieb Anne, „Margot las ein Buch, in dem prächtige Zeichnungen waren.“ Als Margot das Buch weglegte und ging, nahm es Anne und wollte die Zeichnungen betrachten. Doch als ihre Schwester zurückkam und „ihr“ Buch in Annes Hand sah, wollte sie es sofort zurück haben. „Ich wollte es nur noch kurz weiter betrachten. Margot wurde immer böser. Mutter mischte sich mit den Worten ein: ‚Das Buch liest Margot, gib es ihr also.’ Vater kam ins Zimmer, wusste nicht einmal, um was es ging, sah, dass Margot etwas angetan wurde, und fuhr mich an: ‚Ich würde dich mal sehen wollen, wenn Margot in deinem Buch herumblättern würde!’ Ich gab sofort nach.“ Ediths Meinung nach war Anne beleidigt und böse, als sie den Raum verließ, doch Anne war nichts von beiden, „wohl aber traurig“.

Anne war eine Person, die Sehnsüchte hatte. Sie sehnte sich nach frischer Luft, nach Tanzen und Flirten. Sie stellte sich oft vor, wie es „nach dem Krieg“ sein würde, freute sich auf diese Zeit, überlegte wie sie ihre Karriere als Journalistin führen würde, und welche Sachen sie sich kaufen könnte. Doch diese Zeit, nach dem Krieg, erlebte sie nicht mehr. Ihr großer Wunsch, Schriftstellerin zu werden, erfüllte sich trotzdem, jedoch erst lange Zeit nach ihrem Tode.

So verging die Zeit des Untertauchens, bis zum 4. August 1944. Über zwei Jahre haben die zwei Familien und der Zahnarzt gemeinsam auf engem Raum, ohne jemals an die frische Luft treten zu können, verbracht. Es war ein schöner, warmer Sommertag, als ein Wagen vor der Firma Gis & Co hielt und die acht Juden abtransportierte. Das Wenige, was wir nach der Verhaftung über Anne Frank wissen, erfahren wir nicht mehr von ihr selbst, sondern von anderen, Menschen die Anne begegnet waren. Am 8. August wurden die acht aus dem Hinterhaus nach Westerbork gebracht. Darauf folgten noch viele andere Transporte. Bald wurden Anne, Margot und Edith von Otto getrennt. Sie alle bekamen eine Nummer in den Arm tätowiert. Am 6. Jänner 1945 starb Edith Frank an einer schweren Atemweginfektion. Mitte/Ende März starb Margot und einen oder zwei Tage später auch Anne an den Folgen von Typhus und Entkräftung. Der Vater, Otto Frank, überlebte als einziger des Hinterhauses, kehrte nach Amsterdam zurück und starb im Jahre 1980 in der Schweiz.


Die Autorin: Ich heiße Anna Firsova, bin 13 Jahre alt (werde am 16. Mai 14), meine Eltern kommen aus Russland, aber ich selbst bin bereits in Salzburg geboren. Zu Hause reden wir Russisch, weshalb ich die Sprache eigentlich ganz gut beherrsche. Ich bin jetzt in der 4. Klasse des Bundesrealgymnasiums Nonntal, und habe auch vor, dort zu bleiben. Später möchte ich Journalismus studieren, aber weil ich dafür noch viel zu wenige Literaturkenntnisse habe, bin ich gerade dabei diese zu erhöhen. In meiner Freizeit spiele ich Klavier (seit 8 Jahren). Auf das Thema Anne Frank bin ich durch ein Geschichtsreferat gekommen. Normalerweise kopieren wir alle immer etwas aus dem Internet heraus und lesen es herunter, aber dieses Mal hab ich zwei Bücher über Anne Franks Leben und natürlich ihr Tagebuch gelesen. Ich kann mich gut hineinversetzen, wie Anne nachts Angst vor den Bomben hatte, und wie ihr Leben im Hinterhaus war.

erschienen in: Talktogether Nr. 24/2008